Ergebnisse der Europäischen Schafzucht-Konferenz
- Von: 05.09.2008
- Bis: 05.09.2008
- Ort: Limoges, Domaine de Faugeras
Zahlreiche europäische Verantwortliche, darunter der französische Minister für Landwirtschaft und Fischerei und derzeitige Vorsitzende des Rates "Landwirstschaft" Michel Barnier sowie seine britischen, irischen, spanischen und rumänischen Amtskollegen, trafen sich am 4./5. September in Limoges (Frankreich) zu einer Konferenz, deren Ziel es war, den aktuellen Niedergang der europäischen Schaffleischproduktion zu stoppen. Mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlaments und ein Vertreter der Europäischen Kommissarin für Landwirtschaft Mariann Fischer Boel nahmen ebenfalls teil.
Allgemeiner Konsens der Konferenz war, dass die geringen Einkommen der Schafzüchter eine Überarbeitung des Unterstützungsniveaus notwendig machen, um weitere Betriebsaufgaben zu stoppen. Ein vom Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments am 19. Juni verabschiedeter Bericht schlug des Weiteren eine Reihe von Notfallmaβnahmen vor, um die Schaf- und Ziegenzucht in der Europäischen Union wieder zu beleben.
Zwei Ansätze sind dazu vorstellbar: Durch verstärkte Hilfen aus der sogenannten "zweiten Säule" der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) den ökologischen Gewinn dieser Produktion zu belohnen oder die Beibehaltung einer wirtschaftlichen Logik für die Branche, indem die Produktion mit Direkthilfen gestützt wird. Beide Optionen können miteinander kombiniert werden, die Schaffleischproduktion ist jedoch eine Wirtschaftstätigkeit und muss als solche beibehalten werden.
Über die direkte Hilfe hinaus ist die Umsetzung weiterer Maßnahmen unumgänglich, damit insbesondere europäische Qualitätsmerkmale aufgewertet, die politischen Maβnahmen zur Lebensmittelsicherheit auf EU-Niveau angepasst, Krisensituationen, wie die momentane Ausbreitung der Blauzungenkrankheit, besser gemanagt oder auch Forschung und Innovation unterstützt werden. Nicht zuletzt ist es wichtig, den Akzent auf die Werbung für Schaffleisch als Qualitätsprodukt zu legen, um dessen Konsum wieder neu zu beleben.
Nach Abschluss der Arbeiten ergriff Michel Barnier das Wort und beschloss die die Konferenz, indem er an die Verbundenheit Frankreichs und Europas mit der Schaffleischbranche erinnerte. "Der Schafbestand ist in konstantem Schwund begriffen und die Einkünfte der Züchter sind dermaβen niedrig, dass einige sich umorientieren oder den Betrieb vollständig aufgeben. Die Schaffleischproduktion ist, vor allem in strukturschwachen Zonen, von entscheidender Bedeutung, es geht jedoch auch um die Fleischproduktion (…) Wir müssen auf die aktuelle Krise schnellstmöglich Antworten finden.", sagte er.
Diese Feststellungen wurden von den meisten anwesenden Ministern geteilt, auch wenn die Situation je nach Land variiert. In Rumänien beispielsweise ist die Schaffleischbranche sehr gut entwickelt und verfügt über ein beträchtliches Marktpotential. Doch auch dort machen wirtschaftliche Schwierigkeiten den Produzenten zu schaffen. Der rumänische Minister für Landwirtschaft Dacian Ciolos betrachtet die Initiative des Rates deshalb mit Wohlwollen und meint: "Die Schaffleischproduktion ist für uns von groβem Interesse. Zur Überwindung der aktuellen Schwierigkeiten müssen wir unseren Markt besser organisieren".
Ankündigungsartikel der Konferenz zur europäischen Schafzuchtbranche (Ankündigung der Veranstaltung)
Video zur Konferenz der europäischen Schafzuchtbranche vom 4./5. September 2008 in Limoges
- Aktualisiert am: 11.09.2008


