Europäisches Eisenbahnforum: "Güterverkehr ohne Grenzen"
Europäisches Eisenbahnforum
© MEEDDAT/Bernard Suard
- Datum: 29.10.2008
- Ort: PARIS, UIC
Am 29. Oktober 2008 findet in Paris das Europäische Eisenbahnforum "Güterverkehr ohne Grenzen" statt. Vertreter von Verladeunternehmen, Eisenbahnunternehmen, Netzbetreibern, Regulierungsbehörden und anderen staatlichen Stellen kommen zusammen, um über die Zukunft des Eisenbahngüterverkehrs und die Schwerpunkte für die auf europäischer Ebene durchzuführenden Aktionen zu diskutieren.
Wie kann der Schienenverkehr zu einer nachhaltigen Wirtschaft beitragen? Die Nachfrage im Güterverkehr ist weiterhin steigend. Der Güterverkehr auf der Schiene kann europaweit jedoch nur ein geringes Wachstum verzeichnen, wobei es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten gibt: Mit einem Wachstum von ca. 2% pro Jahr könnte der Marktanteil des Bahngüterverkehrs in Europa bis 2020 um 2,5 % sinken. Für den gleichen Zeitraum wird ein Anstieg der durch den Güterverkehr verursachten Treibhausgasemissionen um 10 % erwartet.
Dies ist der Rahmen des europäischen Eisenbahnforums "Güterverkehr ohne Grenzen", das auf eine Initiative des "Réseau ferré de France" (staatlicher Betreiber des französischen Eisenbahnnetzes) und des französischen Ministeriums für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung am 29. Oktober 2008 in Paris veranstaltet wird. Vertreter von Verladeunternehmen, Eisenbahnunternehmen, Netzbetreibern, Regulierungsbehörden und anderen staatlichen Stellen kommen zusammen, um über die Zukunft des Eisenbahngüterverkehrs und die Schwerpunkte für die auf europäischer Ebene durchzuführenden Aktionen zu diskutieren. Die Veranstaltung, die vom französischen Staatssekretär für Verkehr Dominique Bussereau und vom Europäischen Kommissar für Verkehr Antonio Tajani beschlossen wird, ist in vier Teile gegliedert:
- Ist das Konzept der grenzenlosen Verkehrsfreiheit in der Europäischen Union heute endlich Realität geworden? Das Konzept des europäischen Korridors dient hierbei als Versuchslabor für alle Projekte des Sektors: Intensivierung des Eisenbahnverkehrs, internationale Planung der Fahrpläne und in Zukunft vielleicht sogar eine grenzübergreifende Verkehrsleitung?
Der Korridor ist auch der Leitfaden für den Übergang zum "European Rail Traffic Management System" ERTMS (System für Management und Steuerung des Eisenbahnverkehrs). Dieses Projekt ist eine technische Herausforderung mit einer ersten Übergangsphase in den kommenden zehn Jahren.
- Auch im Eisenbahnverkehr ist Wettbewerb Wirklichkeit geworden. Die Erweiterung des Leistungsangebots im Schienenverkehr kann dazu beitragen, die Ziele der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene zu erfüllen. Eingehend auf die Bedürfnisse der Verladeunternehmen werden die Redner das Innovationspotenzial des Eisenbahngüterverkehrs hervorheben. Diskutiert werden bei dem Forum auch die Kombination von Schiff und Schiene und die Entwicklung der Nebenlinien.
- Der Schienenverkehr verursacht zehnmal weniger Treibhausgasemissionen pro Verkehrsleistung als die Straße. Kann dieser Vorteil bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit besser berücksichtigt werden? Wie kann man andererseits gewährleisten, dass der Anstieg des Bahngüterverkehrs nicht zum Nachteil wird, wenn den lokalen Belastungen nicht entgegen gewirkt wird? Die Lärmbelastung ist ein in diesem Zusammenhang bekanntes gesellschaftliches Problem, zu dem einige Staaten, z.B. die Niederlande, bereits eine aktive Politik betreiben.
-Ebenfalls auf der Tagesordnung steht die Frage der Marktregulierung im Eisenbahnsektor. Die Rolle der Regulierungsbehörde und die Tarifpolitik sind zwei aktuelle Fragestellungen auf europäischer Ebene. Die Praktiken der Mitgliedstaaten und ihre Auswirkungen auf die nationalen Märkte werden Thema dieser Sitzungen sein.
Ehrgeizige und doch glaubhafte Perspektiven für den Güterverkehr auf der Schiene aufzuzeigen, das bedeutet, sich auf Erfolge und Innovationen zu stützen, Hindernisse zu erkennen, um sie dann bewältigen zu können, sich der Bedürfnisse aller bewusst zu sein. Das bedeutet den Unternehmergeist zu wecken. Das bedeutet Europa als Referenzraum zu sehen.
- Aktualisiert am: 19.11.2008

