Treffen der für Berufsbildung und Hochschulwesen zuständigen Minister: Ergebnisse
Valérie Pécresse
© Christophe Foret
- Datum: 26.11.2008
- Ort: Bordeaux
Im Rahmen der französischen EU-Ratspräsidentschaft fand am 26. November 2008 in Bordeaux ein informelles Treffen der Minister für Berufsausbildung und Hochschulwesen der EU-Mitgliedstaaten statt. Die Teilnehmer verabschiedeten die "Bordeaux-Mitteilung".
Teilnehmer dieses Treffens waren die Minister der Länder, die am Kopenhagen-Prozess teilnehmen (die EU-Mitgliedstaaten plus Norwegen, Kroatien und die Türkei) sowie Vertreter der Europäischen Kommission und die europäischen Sozialpartner. Der Prozess von Kopenhagen wurde im November 2002 von den Ministern für Berufsbildung und -ausbildung der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWG) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), den europäischen Sozialpartnern und der Europäischen Kommission lanciert.
Am Vormittag verabschiedeten die Teilnehmer die "Bordeaux-Mitteilung". Diese enthält eine Bestandsaufnahme über die Umsetzung der verschiedenen im Rahmen des Kopenhagen-Prozesses geschaffenen Instrumente und setzt die Prioritäten für die Zukunft. Diese Mitteilung stellt eine Roadmap dar, in der die Perspektiven und Aktionen im Bereich der europäischen Zusammenarbeit in Fragen der Bildung und der Berufsausbildung beschrieben sind.
Der Kopenhagen-Prozess ermöglichte die Schaffung von wichtigen Instrumenten zur Erleichterung der Mobilität von Jugendlichen und Erwachsenen, die sich in einer Berufsausbildung befinden, und der gegenseitigen Anerkennung von Ausbildungen und Abschlüssen: die Europass-Initiative, der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR), das künftige europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) und der künftige europäische Rahmen zur Qualitätssicherung im Bereich Bildung und Berufsausbildung.
Die Zusammenarbeit der europäischen Länder im Bereich Bildung und Berufsausbildung trug zu einer Weiterentwicklung der nationalen politischen Bestrebungen bei. Die europäischen Instrumente unterstützen die Modernisierung der Bildungssysteme und fördern die Mobilität und die Transparenz in Bezug auf Qualifikationen. Zum Wohle der europäischen Bürger wird in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und insbesondere den europäischen Sozialpartnern ein europäischer Bildungs- und Berufsausbildungsraum geschaffen, der auf Transparenz und gegenseitigem Vertrauen basiert. Folgende Prioritäten setzt die Mitteilung für die Zukunft:
- Umsetzung der Instrumente und Maβnahmen der Zusammenarbeit im Bereich Berufsbildung und -ausbildung
- Erhöhung der Qualität und der Attraktivität der Berufsbildungs- und -ausbildungssysteme
- verstärkte Vernetzung von Bildung und Berufsausbildung mit dem Arbeitsmarkt
- weitere Verbesserung der Modalitäten der europäischen Zusammenarbeit
Diese Prioritäten sind auch Teil des [zukünftigen] Strategierahmens der europäischen Zusammenarbeit im Bereich Bildung und Berufsausbildung.
Im Laufe des Vormittags zeichneten EU-Kommissar Ján Figel und die Minister die Preisträger des EUROSKILLS-Wettbewerbs aus den verschiedenen Ländern aus.
Die Arbeiten am Nachmittag, die unter Leitung der französischen Ministerin für Hochschulwesen und Forschung Valérie Pécresse stattfanden, befassten sich mit der Vorstellung der Charta der europäischen Universitäten zum lebenslangen Lernen durch den Vorsitzenden des europäischen Universitätenverbands EUA George Winckler. Diese Charta, die auf einen Vorschlag des französischen Premierministers François Fillon zurückgeht, wurde von der EUA (European University Association) am 25. Oktober 2008 angenommen.
Die Charta drückt den Willen der europäischen Universitäten aus, ihren Beitrag zum lebenslangen Lernen und zum Europa des Wissens zu vergröβern. Zur Schaffung eines Europas des Wissens muss einer Vielzahl von erwachsenen Europäern die Verbesserung ihrer Kompetenzen ermöglicht werden und müssen durch eine Evaluierung der tatsächlich erworbenen Kenntnisse alle bestehenden Talente genutzt werden, um Europa so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der in einer globalisierten Welt bestehenden Konkurrenz zu verschaffen.
Diese ehrgeizige Charta schlägt eine Reihe von Verpflichtungen vor, die die Universitäten - jeweils im Einklang mit der von ihnen verfolgten Strategie - aufgefordert sind, einzugehen. Sie stellt einen Aufruf zur Entwicklung inklusiver Universitäten dar, die ihr Zielpublikum erweitern, den erworbenen Kenntnissen ihre Wertigkeit geben und innovative Programme vorschlagen. Die Charta fordert die Staaten auf, diese Initiative zu unterstützen, vor allem durch politische Leitlinien, Information und Qualitätssicherung.
Valérie Pécresse leitete in der Folge eine Debatte über die möglichen Modalitäten zur Umsetzung der in der Charta genannten Prinzipien durch die Universitäten, aber auch durch die Staaten.
Zur Pressemitteilung: eine Charta der europäischen Universitäten für lebenslanges Lernen
- Aktualisiert am: 26.12.2008

