Rundtisch zur medizinischen Interoperabilität in Europa
Nationalrat der französischen Ärztekammer
© Le Conseil national de l'Ordre des médecins
- Datum: 05.12.2008
- Ort: Paris, Nationalrat der französischen Ärztekammer
Vor dem Hintergrund, dass das Gesundheitswesen und die Gesundheitsinformationssysteme je nach Land verschieden sind, veranstaltet der Nationalrat der französischen Ärztekammer (Conseil National de l’Ordre des Médecins) einen Rundtisch über die medizinische Interoperabilität in Europa. Zwei unterschiedliche aber komplementäre Bereiche stehen auf der Tagesordnung: die Austauschfunktionen zwischen den Gesundheitsinformationssystemen der EU-Mitgliedstaaten und der gemeinsame Zugang zu medizinische Daten auf europäischer Ebene.
In der Europäischen Union bestehen verschiedene Gesundheitsversorgungs- und Gesundheitsinformationssysteme. Der Rundtisch der französischen Ärztekammer hat das Ziel, über ihre Interoperabilität, in zwei unterschiedlichen aber komplementären Bereiche, den Austauschfunktionen und dem gemeinsamen Zugang zu Daten und Informationen, zu diskutieren.
Interoperabilität im Bereich des Austauschs zwischen den Gesundheitsinformationssystemen bedeutet die Kommunikation insbesondere bei der Organisation von Behandlungen in Kliniken, Gesundheitsnetzen oder Ländern (z.B. zwischen europäischen Nachbarstaaten) zu erleichtern.
Interoperabilität im Bereich des gemeinsamen Zugangs zu medizinische Daten bezieht sich direkt auf den Patienten und insbesondere seine Krankenakte. Für die gemeinsame Nutzung von medizinischen Daten bestehen unterschiedliche Ansätze und Ontologien, die manchmal komplementär, manchmal stark differierend sind.
Zwei Elemente sind unerlässlich, um ethische und kulturelle Betrachtungen zu berücksichtigen und die Privatsphäre der Patienten zu wahren: ein effektiver Schutz der Daten und eine eindeutige Identifikation des Patienten. Hinsichtlich dieser zwei Kriterien, deren vollständige Umsetzung noch nicht gewährleistet ist, besteht auf nationaler wie europäischer Ebene noch kein Konsens.
Trotz bestehender internationaler Standards bleibt die Versuchung bestehen, die Interoperabilität angesichts unterschiedlicher Gesunheitsversorgungs- und Gesundheitsinformationssysteme unkoordiniert anzugehen. Wie verhält es sich damit auf europäischer Ebene? Welches Gewicht besitzen kulturelle Unterschiede? Welchen Einfluss können die nationalen Debatten auf die europäische Debatte haben?
Die Anpassung an geltende Normen ermöglicht den verschiedenen Akteuren, ihre Anstrengungen dem eigentlichen Inhalt medizinischer Daten zu widmen. Welche Politik ist angesichts dieser Normen zu verfolgen? Wird sich eine Norm durchsetzen oder müssen wir ein Mosaik von Normen "harmonisieren"? Der Rundtisch wird versuchen, auf diese Fragen Antworten zu geben.
Anmeldung : inscription0512 @ cn.medecin.fr
Kontakt: Sylvie Delétoile +33 1 53 89 32 41 deletoile.sylvie @ cn.medecin.fr
- Aktualisiert am: 08.01.2009

