Europa beim Herbstfestival in Paris
- Von: 13.09.2008
- Bis: 21.12.2008
- Ort: Paris
Überall in Paris
Agenda
Vom 13. September bis 21. Dezember 2008Praktisch
Überall in Paris
Als Michel Guy im Jahre 1972 das Herbstfestival in Paris ins Leben rief, wollte er den Raum, der uns vom Rest der Welt trennt, spürbar machen, um sie dadurch näher zu bringen.
Siebenunddreißig Jahre später hat sich die Welt, mit und ohne uns, rasant angenähert, doch der Weg, der uns vom Menschen trennt, dieser "Abgrund, über den man sich nicht ohne Schwindel zu beugen vermag", ist immer noch lang und steinig. Die diesjährige Ausgabe steht also unter dem Vorzeichen der Menschlichkeit, die wir in ihrer Komplexität und mit ihren multikulturellen Einflüssen entschlüsseln müssen.
Das heutige Europa ist überraschender geworden - ein Schachbrett, das man zu kennen glaubte und dessen Stimmen nicht müde werden, neue Unabhängigkeiten zu fordern und gleichzeitig doch demselben Spiel angehören zu wollen. Das zum Festival geladene Europa hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder seine größten Grenzen "vom Atlantik bis zum Ural" ergründet.
Unter den Geladenen findet man zum Beispiel Christian Boltanski, einen französischen Bildhauer, geboren gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Seine Werke sind stark von den Erinnerungen an den Holocaust geprägt. Caterina Sagna, die bei der Cie Sutki von Turin gelernt hat, zeigt uns ihr Vorführung "P.O.M.P.E.I."
Im Theaterbereich geben die beiden Sizilianer Francesco Sframeli und Spiro Scimone das Stück Nunzio auf italienisch mit französischen Übertiteln. Der Engländer Lloyd Newson und sein DV8 Physical Theater präsentieren die neue Show "To be straght with you". Der Belgier Guy Cassiers stellt seine Tragödie "Mefisto For Ever" vor.
Musikliebhaber können dem Zusammentreffen des italienischen Akkordeonisten Teodoro Anzellotti und dem Sinfonieorchester des Kölner Radios mit Werken von Gérard Pesson lauschen. Momo Kodama, Klavier, Jörg Widmann, Klarinette, Carolin Widmann, Geige und Christian Poltera, Cello: Drei Europäer und eine Japanerin beleuchten die musikalischen Traditionen, die Japan und Europa verbinden.
Mit rund fünfzig Angeboten, anspruchsvollen Veranstaltungen oder Shows von jungen Teams führt die 37. Ausgabe des Herbstfestivals in Paris seine ursprüngliche Mission weiter: Kosmopolitismus, ein Aufeinandertreffen verschiedener Künste und Innovationen und das Anliegen, sich damit an ein breites Publikum zu wenden. Zahlreiche Künstler aus Europa und anderswo können das ganze Festival über vom 13.-21. Dezember entdeckt werden.
- Aktualisiert am: 23.12.2008

