Andrea Mantegna (1431-1506)
- Von: 22.09.2008
- Bis: 05.01.2009
- Ort: Musée du Louvre
Andrea Mantegna (1431 - 1506)
Agenda
Vom 22. September 2008 bis 5. Januar 2009Praktisch
Louvre-Museum, ParisDer Künstler mit einer ausgeprägten Persönlichkeit war eng mit dem humanistischen Zirkel der "Antiquare" verbunden, in deren Augen er das Ideal der Renaissance im Norden Italiens ab der Hälfte des 15. Jahrhunderts verkörperte. Die Triebfeder seiner strengen Kunst, die von seltener Unerbittlichkeit und Kohärenz zeugt, resultiert ursprünglich aus einer enthusiastischen Bewunderung für die klassische Antike, ihrem Ornamentrepertoire und ihrer Vorstellung von Tugend, der bedingungslosen Nachahmung von Natur durch einen strikten - und oft wagemutigen - perspektivischen Einsatz, aber auch einer Meditation über die Lehren der flämischen Malerei und, zu guter Letzt, einer starken Faszination für die Bildhauerei. Mantegna bleibt seinen einmal festgelegten Prinzipien, die er in den ersten Jahren seiner Schöpfung entwickelt hat, treu, und verleiht seinen Werken eine ganz eigene stilistische Harmonie. Mit der gleichen Gewandtheit und dem gleichen erfinderischen Schwung verleiht er seinem Talent auch in verschiedenen anderen Kunstformen Ausdruck, indem er beispielsweise mit neuen Techniken experimentiert, um mit der größtmöglichen Schärfe seine plastischen Erfindungen umzusetzen.
Die Ausstellung, in der eine große Anzahl an Werken zu sehen sein wird (ca. 190), bietet also eine sehr unterschiedliche Optik. Wenngleich auch die Malereien am wichtigsten sind, so werden auch Zeichnungen, Druckplatten, Manuskripte, Skulpturen und Kunstobjekte gezeigt. Besonders vor dem Hintergrund des Seltenheitswertes von Werken dieser Epoche ist es außergewöhnlich, dass so viele Zeugnisse eines derart wichtigen Künstlers auf französischem Boden zusammengetragen werden konnten, obendrein so wesentliche und an Schaffensperiode und Art so unterschiedliche Stücke, mit denen der Werdegang dieses Genies auf aussagekräftige Art rekonstruiert werden kann. Diese monographische Ausstellung unter der Leitung von Richard Peduzzi und Cécile Degos erlaubt einen ganz neuen Blick auf seine Werke.
Die Werke von Mantegna zeichnen sich oft durch spektakuläre Größen und Perspektiven aus, und können gleichermaßen als extrem raffinierte Ausführung oder als intimistische Inspiration wahrgenommen werden. Hier liegt das Paradoxon des Künstlers, dessen oft betonte Strenge und antiquarische Gelehrtheit nicht die Empfindsamkeit, die durchdringende Beobachtungsgabe und seine poetische Ader, oft von Melancholie und manchmal von Humor gefärbt, verstecken können.
Im Rahmen der Europäischen Kultursaison hat das Louvre-Museum innerhalb dieser Ausstellung einen Rundweg für Familien zusammengestellt.
- Aktualisiert am: 10.10.2008

